Heute steht Anja Heitzmann Red und Antwort. Sie ist im Jahre 2016 nach nur 1.5 Jahren im UHC Pfannenstiel zum UHC Dietlikon gewechselt. Grund dafür war, dass zu dieser Zeit noch unklar war ob es für sie ein Juniorinnen-Team bei Pfanni geben würde oder nicht. Anja entwickelte sich bei Dietlikon prächtig fort und wagte Ende 2018 den Wechsel zu den Floorballriders, wo sie schon früh in die 1.Mannschaft in der NLB integriert wurde. Nach dem späten Aufstieg auf Grund des Corona-Wirrwarr darf sich Anja nun NLA-Spielerin nennen. Unabhängig von dieser Tatsache hat sie aber nach wie vor den Willen sich in jedem Training zu verbessern und weiterzuentwickeln.
Wie geht es Dir in der aktuellen Situation?
Ich habe mich langsam an diese Situation gewöhnt, man kann ja leider auch nichts daran ändern. Auch dass nun der Meisterschaftsbetreib eingestellt ist, macht mich auf der einen Seite etwas traurig, doch nun habe ich genügend Zeit für mein Studium. Immerhin wurde uns das Training nicht auch noch weggenommen.
Du hast 2015 mit dem Unihockeysport bei den Juniorinnen des UHC Pfannenstiel begonnen, wie kamst Du dazu?
Das ist eigentlich eine gute Frage. Ich wollte früher unbedingt Eishockey spielen, wie meine Cousins und meine Cousine, doch dies konnte ich nie ausprobieren. So habe ich nach längerem Suchen nach meiner Sportart, das am Eishockey ähnlichste ausgesucht und so kam ich auf Unihockey.
Nach nur einer Saison hast Du auf Grund der unklaren Juniorinnen-Zukunft zu den Jets gewechselt. Hatte dieser Wechsel noch andere Gründe?
Nein, es hatte wirklich nur den Grund, dass ich auf keinen Fall mit 16 Jahren in einer Damenmannschaft spielen wollte und zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nichts von den A-Juniorinnen. Klar war Grossfeld auch toller als Kleinfeld, jedoch bei den Jets nicht unter Damen.
Nach einer Saison bei der Stärkenklasse B, durftest Du zwei Saisons in der höchsten Juniorinnen-Stärkenklasse bestreiten. Zu mehr als dem Playoff-Viertelfinal reichte es aber nie, war dies für die Ambitionen der Jets eine Enttäuschung?
Ich denke schon, denn wir waren in den Qualifikationen immer eher in der oberen Tabellenhälfte, doch leider wollte es dann in den Playoffs einfach nicht klappen. Auch wurde dies nicht nur nach drei Spielen entschieden, sondern war hart umkämpft.
2019 dann der Sprung zu den FB Riders in die NLB mit dem Saisonhöhepunkt dem Aufstieg in die NLA. Wie sind die Emotionen, wenn man einige Zeit nach Saisonende noch den Aufstieg feiern darf?
Es war ein sehr spezieller Moment. Man hatte bereits damit abgeschlossen, dass es keine Aufstiegsspiele geben wird und begann schon fast mit der Vorbereitung auf eine weitere Saison in der NLB um ein Jahr später wieder um den Aufstieg kämpfen zu können. Doch auf einmal erhält man eine SMS, dass man nun aufgestiegen sei. Ein ganz komisches aber sehr tolles Gefühl, gerade auch in dieser eher traurigen Corona-Situation.
Nun bist Du nach nur 5 Unihockey-Jahren Bestandteil eines NLA-Teams, eine steile Karriere. Wie ist es für Dich, Dich mit den besten Spielerinnen des Landes zu messen?
Es ist auf jeden Fall eine grosse Herausforderung. Nach nur 5 Jahren Unihockey fehlen mir schon noch gewisse Eigenschaften, die man eigentlich in einer NLA aufweisen müsste. So muss ich immer anders schauen, wie ich diese kompensieren kann.
Welches war bis anhin Dein grösster Erfolg oder Dein schönstes Tor in dieser Zeit?
Jaa ehhm also auf mein schönstes Tor seit der ersten Saison in der U21A warte ich leider immer noch. Und mein persönlich grösster Erfolg war bis jetzt, der Wechsel nach nur einem Jahr bei den B-Juniorinnen in die U21B, da hier der Schritt um einiges grösser war, als von der U21A in die NLB. Aber klar ist dies auch ein grosser Erfolg, gekrönt vom Aufstieg in die NLA. (Laut meinem Bruder wäre mein grösster Erfolg bis anhin, das Olé bei Tanja Stella :-)).
Welche Eigenschaften haben Dich von den Pfanni-Juniorinnen auf NLA-Niveau gebracht?
Auf jeden Fall das Kämpfen und Durchbeissen. Auch wenn es einmal wieder nicht so gut gelaufen ist, biss ich einfach durch. Und wenn ich die Chance wieder bekommen habe, gab ich alles was ich hatte und kämpfte bis zum Schluss. So auch, als ich bei den Jets noch in der U17 aushelfen gehen durfte oder so auch diese Saison in der U21B der Riders. Ich möchte jede Chance nutzen, um meine kleinen Lücken im Spielerischen füllen zu können und mich zu verbessern.
Welche Empfehlung gibt’s Du einem Mädchen beim UHC Pfannenstiel, dass ebenfalls eine solche Unihockey-Karriere machen möchte?
Man soll es unbedingt wollen und einfach immer alles geben, auch wenn es gerade nicht so gut läuft, einfach durchhalten. Aber auf jeden Fall nie die Freude verlieren. Es muss einem Spass mache und man will gerne ins Training gehen.
Dein persönlicher Wunsch für den Schluss des Jahres 2020 und das neu beginnende 2021?
Ich wünsche mir, dass sich das Ganze mit Corona wieder legt und man den Spielbetrieb wieder normal, mit Zuschauern, aufnehmen kann. Auch soll der Trainingsbetrieb wieder so werden, wie er zuvor war.